Thanatopraxie/ Thanatologie

S. Helmus-Fohrmann

Im Grunde sind die Thanatopraxie und die Thanatologie das selbe. Es handelt sich hierbei um die Wissenschaft vom Tod, vom Sterben und auch von der Bestattung. Weiter unten auf der Seite wird noch einmal ausführlich beschrieben, was genau man unter dem Begriff Thanatopraxie und Thanatologie versteht.



Stefan Helmus-Fohrmann, der Senior im Hause hat das Studium zum Thanatologen und Embalmer bereits vor vielen Jahren absolviert. So genannte Einbalsamierungen sind vor allem Vorschrift, sobald in und aus andere Ländern überführt wird. Viele unserer Kollegen haben seine Hilfe bereits vor allem dann in Anspruch genommen, wenn es darum ging, verstorbene Unfallopfer so wieder herzurichten, dass ihre Familien ohne Schrecken wenigstens nocheinmal Abschied nehmen konnten.

Seit dem 1. Dezember 2012 ist unser Junior Tristan Helmus-Fohrmann Deutschlands jüngster Thanatopraktiker

Tristan Helmus-Fohrmann

Bereits in ganz jungen Jahren verkündete Tristan Helmus-Fohrmann jedem, der nach seinem Berufswunsch fragte, wenn er einmal groß sei, dass er Bestatter werden würde. Und so manches Mal haben die Nachfragenden deutlich gestutzt. Ist die normale Antwort aus Kindermund doch normalerweise ehr im Bereich des Feuerwehrmannes oder Lokführers angesiedelt.

Von diesem Wunsch ist er auch später nie abgerückt. Bereits mit 14 Jahren hat er im elterlichen Betrieb mitgeholfen, Särge auszuschlagen oder andere Arbeiten zu verrichten. Mit 16 Jahren entschied er sich konsequent gegen die gymnasiale Oberstufe und das obwohl sein Notendurchschnitt überdurchschnittlich

gut gewesen ist. "Für das, was ich vorhabe, brauche ich kein Abitur," verkündete er seinerzeit und war auch nicht vom Gegenteil zu überzeugen.

Er absolvierte die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft im elterlichen Betrieb und zeichnete sich schon bald durch großes Einfühlungsvermögen im Umgang mit Angehörigen und ausgezeichnete Sachkenntnis aus.

Direkt im Anschluss an die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zur Bestattungsfachkraft begann er neben seiner Arbeit mit der Meisterschule zum Bestattungsmeister und parallel dazu mit der Ausbildung zum Thanatopraktiker.

Seit Samstag, 1. 12. 2012, nach erfolgreich bestandener Prüfung vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer in Düsseldorf, ist er nun Deutschlands jüngster Thanatopraktiker.

Im kommenden Frühjahr wird er dann auch noch vorraussichtlich auch noch Deutschlands jüngster Bestattungsmeister werden.

Wir sind der Meinung, dass das bis jetzt schon ein erstaunlich zielstrebiger

Weg für einen außergewöhnlichen jungen Menschen ist.

Und nicht nur wir finden, dass Tristan Helmus-Fohrmann Außergewöhnliches geleistet hat. Der WAZ war es im Mülheimer Lokalteil am Samstag, 8.12.2012 einen großen Artikel wert. Die Überschrift lautete "Deutschlands jüngster Thanatopraktiker ist Mülheimer."

Thanatopraxie/ Thanatologie - was ist das?

Unter einer Thanatopraxie-Behandlung versteht man die Gesamtheit der Techniken, die zur Konservierung und der würdevollen Präsentation eines Verstorbenen einschließlich der körperlichen Behandlung angewandt werden.

Den Begriff Thanatopraxie gibt es seit dem Jahr 1968.

Man hat hier die Worte Thanatos - der Name des griechischen Totengottes und Praxis = Vorgehensweise zu einem Wort zusammengefügt.

 

Was möchte Thanatopraxie/ Thanatologie?

Sie dient in erster Linie der inneren und äußeren Desinfektion eines Verstorbenen. Doch anders als im alten Ägypten werden keine Mumien für die Ewigkeit präpariert.

Der Verwesungsprozess wird lediglich einige Zeit verzögert und setzt danach ganz natürlich wieder ein.

 

Eine Aufbahrung und somit eine Abschiednahme wird durch eine Thanatopraktische Behandlung erheblich erleichtert. Man vermeidet auf diese Weise schlechte Gerüche und dass sich Verstorbene optisch rapide verändern.

 

Während des Lebens verhindern die natürlichen Abwehrkräfte des Menschen die Ausbreitung von Mikroorganismen, die sich nach seinem Tode jedoch vermehren und ohne Thanatopraktische Behandlungen Veränderungen bei einem Leichnam verursachen. Das führt dann zu den unangenehmen Begleiterscheinungen, die oftmals eine offene Aufbahrung bei ungünstigen Voraussetzungen unmöglich machen.

 

Durch die Injektion einer präservierenden Flüssigkeit in das Arteriensystem, die auch bakterientötend wirkt und ein antiseptisches Milieu schafft, erwirkt ein Thanatologe, dass diese Begleiterscheinungen gar nicht erst auftreten.

Es werden bei dieser modernen Behandlungsmethode keine inneren Organe entfernt oder noch weitergehende Veränderungen am Körper eines Verstorbenen vorgenommen.

Auch bei unfallentstellten Verstorben leistet ein Thanatopraktiker wertvolle Hilfe. Teil seines Studiums sind rekonstruktive Maßnahmen bei Unfalltoten. Mit seinen Kenntnissen ist es ihm möglich die schrecklichen Spuren eines Unfalls so zu mildern,

dass eine Abschiednahme für seine Angehörigen möglich ist.

 

Gerade wenn junge Menschen so mitten aus dem Leben gerissen werden, hat es sich gezeigt, dass der Tod für die Familien erst dann wirklich begreifbar wurde, wenn sie die Möglichkeit der Abschiednahme tatsächlich und in vollem Umfang hatten. Erst dann setzt eine echte Trauerbewältigung ein.